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Pilzdübel - der große Sortenüberblick

Aktualisiert: 17. Apr.

Welche Pilzsorte wächst auf welchem Holz, was muss man beachten, welche Tipps gibt es, in diesem Artikel über Pilzdübel erfährst Du alles, was du wissen musst. Pilze auf Baumstämmen anbauen ist mit Impfdübeln ganz einfach!

Alle Infos aus unserem Video "Der Große Sortenüberblick" gibt es hier nochmal zum Nachlesen. Falls Du das Video noch nicht gesehen hast, dann ist hier deine Gelegenheit :) Bitte liken, teilen und den Kanal abonnieren für mehr spannenden Content!


Austernpilze (Austernseitling, Zitronenseitling, Rosenseitling, Lungenseitling (Sommerausternseitling), blauer Austernseitling „Blue Oyster“


Auf fast auf jedem Laubholz, Ideal Buche, Rotbuche, Eiche wegen Gerbsäure weniger geeignet. Wuchs büschelig, flache Fruchtkörper, sehr guter Geschmack, zum Braten, wie Fleisch, perfekt für Anfänger. Allgemein ca. 20-25 Pilzdübel pro Holzstamm, je nach Dicke. Dicke 1m Stücke auch bis zu 50 Dübel.





Shiitake


Beliebter Pilz in asiatischen Gerichten, gute Inhaltsstoffe, in traditioneller chinesischer Medizin geschätzt. Kräftiger Geschmack, hoher Würzwert, kann gut getrocknet werden. Bevorzugt hartes Holz, ideal Eiche, Hainbuche oder Buche, Stämme nicht zu dick, 10-12 cm Durchmesser sind perfekt, nicht eingraben, zum Fruchten nach dem Tauchen aufstoßen


Kräuterseitling und Black Pearl King Oyster


Leider auf Stammholz nicht züchtbar. Fruchten nur auf Kulturen aus Stroh oder Sägemehl, siehe Fertigkultur





Igelstachelbart


Virtuos aussehend, neben gutem Geschmack auch positive Gesundheitseigenschaften für Gehirn und Nerven, wächst auf den meisten Laubhölzern


Reishi


Reiner Vitalpilz, nicht zum Genuss im Pilzgericht, aber für Tee und Tinkturen, besonders für ein gutes Immunsystem geschätzt, langsam wachsend, toller Farbverlauf. Eiche, Erle, Buche, Birke, aber auch andere Laubhölzer


Schwefelporling


Wird auch Hähnchenpilz genannt, hoch geschätzt, selten zu finden. Unter Gourmets besonders gepriesen, Bevorzugt Hölzer mit dunklem Kern wie Kirsche, Eiche, Pflaumen- oder Walnussbäumen und andere. Kann auch am lebenden Baum kultiviert werden, parasitär wachsend, d.h. der Baum wird geschwächt, also nur an alten absterbenden Bäumen mit Erlaubnis einbringen



Maitake


Würziger, hoch geschätzter Gourmetpilz, ähnlich wie Austernpilze wachsend, ebenfalls hoher Gesundheitsnutzen. Auch an alten Baumstümpfen oder parasitär im Wurzelbereich alter Eichen, Kastanien, Buchen, Linden


Eichhase


Starke Ähnlichkeit mit Maitake, ebenfalls interessant als Vitalpilz, kann aber auch gebraten werden, nussiger Geschmack. Birke, Ahorn, Weide, Fichte, Buche, oft im Wurzelbereich am Stamm, auch an lebenden Bäumen oder abgesägten Baumstümpfen


Shimeji und Enoki


Asiatische Pilze, kleine Köpfchen, büschelig am Stamm wachsend, knackige Konsistenz, gut im Asiagemüse und in Asiasuppen. Enoki: Weide, Pappel, Esche, Ulme, Linde. Shimeji: Buche, Esche, Ahorn, Obsthölzer. -Eichhase, starke Ähnlichkeit mit Maitake, ebenfalls interessant als Vitalpilz, kann aber auch gebraten werden, nussiger Geschmack. Birke, Ahorn, Weide, Fichte, Buche, oft im Wurzelbereich am Stamm, auch an lebenden Bäumen oder abgesägten Baumstümpfen



Krause Glucke


Unter Pilzsammlern bekannt als besonders guter Speisepilz. Fruchtet am Stammgrund oder an Stümpfen von Nadelbäumen, wie Kiefer, vereinzelt auch Fichte, Lärche, Douglasie oder Thuja. Ist eher schwer anzubauen, aber lohnenswert, um bei Fällungen den Stumpf gut zu nutzen, ansonsten am lebenden Baum



Chestnut, auch Buchenschüppling


Büschelig wachsend, mild und leicht bitter, hauptsächlich in Amerika als Speisepilz geführt, wie der Name schon verrät, vorzugsweise auf Buche


Judasohr


Gelatinöse Konsistenz, in Asiagerichten geschätzt, wenig Eigengeschmack. Ohrförmig, ganzjährig an Buche, Ahorn und bevorzugt Holunder. An geschwächten alten Bäumen, aber auch auf Substrat züchtbar, gut zu trocknen, auch als Mu-Err bekannt




Chaga


Auf lebenden Birken, die er zerstört. Jedoch sehr wertvoller Heilpilz, korkartig hart, als Tee wohlschmeckend, wird angewandt für Herz, Magen, Darm, Leber, Haut sowie gegen Tumore -Schmetterlingstramete, üppig wachsend auf Rotbuche, Eiche, Weide und vielen anderen Laubhölzern, einer der wichtigsten Vitalpilze in Asien, dort gegen Krebs, Viren, Bakterien, Lungenentzündungen, Herpes und viele weitere Leiden eingesetzt, guter Geschmack


Schmetterlingstramete


Üppig wachsend auf Rotbuche, Eiche, Weide und vielen anderen Laubhölzern, einer der wichtigsten Vitalpilze in Asien, dort gegen Krebs, Viren, Bakterien, Lungenentzündungen, Herpes und viele weitere Leiden eingesetzt, guter Geschmack



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Und so funktioniert die Pilzzucht auf Stammholz unter Verwendung von Pilzdübeln

Pilzdübel sind eine einfache Möglichkeit, frisches Holz mit Speisepilz-Myzel zu beimpfen und daraus über längere Zeit Pilze zu ernten. Verwendet werden sie meist für Stammstücke, dicke Äste oder Holzabschnitte aus geeignetem Laubholz. Wichtig ist, dass das Holz möglichst frisch, nicht verfault und idealerweise einige Wochen abgelagert, aber noch nicht ausgetrocknet ist.


Für die Anwendung werden zunächst passende Löcher in das Holz gebohrt. Diese sollten im Durchmesser zu den Dübeln passen und so tief sein, dass die Pilzdübel sauber im Holz versenkt werden können. Die Bohrlöcher verteilt man versetzt über die Oberfläche des Stammes, damit das Myzel das Holz später möglichst gleichmäßig durchwachsen kann.

Anschließend werden die Pilzdübel in die Bohrlöcher eingeschlagen, bis sie fest sitzen. Danach werden die Öffnungen meist mit Wachs verschlossen. Das schützt die beimpften Stellen vor Austrocknung, Schmutz und konkurrierenden Mikroorganismen und verbessert die Chancen, dass sich das Pilzmyzel im Holz gut etabliert.


Nach dem Beimpfen braucht das Holz vor allem Zeit und passende Bedingungen. Der Stamm oder Ast sollte an einem schattigen bis halbschattigen Ort gelagert werden, wo er nicht austrocknet. Direkte Sonne, starke Hitze und längere Trockenheit sind ungünstig. In trockenen Phasen kann es sinnvoll sein, das Holz vorsichtig feucht zu halten, ohne es dauerhaft nass und luftarm zu lagern.


In den folgenden Monaten beginnt das Myzel, das Holz langsam zu besiedeln. Wie schnell das geschieht, hängt von der Pilzart, der Holzart, der Holzstärke und der Witterung ab. Manche Sorten sind schneller, andere brauchen deutlich länger. Pilzdübel sind deshalb keine Sofortlösung, sondern eher eine naturnahe und nachhaltige Form der Pilzzucht mit etwas Geduld.

Sobald das Holz gut durchwachsen ist und die Bedingungen stimmen, bilden sich Fruchtkörper. Diese erscheinen häufig bei feuchter Witterung und passenden Temperaturen. Ein einmal erfolgreich beimpfter Stamm kann je nach Sorte und Holzqualität über mehrere Erntewellen hinweg Pilze hervorbringen und damit über längere Zeit Freude machen.


Oft gestellte Fragen

Welche Pilzdübel-Sorte ist für Anfänger am einfachsten?

Für Anfänger sind vor allem Austernseitlinge oft eine gute Wahl, weil sie als robust und vergleichsweise wuchsfreudig gelten. Auch Zitronenseitlinge können je nach Bedingungen gut funktionieren. Wichtig ist aber nicht nur die Sorte, sondern auch passendes Holz, ausreichende Feuchtigkeit und die richtige Jahreszeit.

Welche Pilzsorten eignen sich für Pilzdübel überhaupt?

Nicht jede Pilzart ist für die Verimpfung auf Holz gleich gut geeignet. Besonders beliebt und zuverlässig sind Sorten wie Austernseitling, Shiitake, Igelstachelbart, Zitronenseitling oder Rosenseitling. Sie wachsen auf geeigneten Hölzern meist gut an und sind auch für Einsteiger interessant. Grundsätzlich sind nur Pilze geeignet, die überhaupt Holz verdauen, Arten wir Champignon und Schopftintling funktionieren nicht.

Worin unterscheiden sich die einzelnen Pilzdübel-Sorten?

Die Sorten unterscheiden sich vor allem in ihrem bevorzugten Holz, ihrer Wuchsgeschwindigkeit, der Fruchtungszeit und im Geschmack. Manche Arten sind kräftig und herzhaft, andere eher fein oder aromatisch. Auch das Aussehen der Fruchtkörper und die Ansprüche an Temperatur und Standort können deutlich variieren.

Welche Pilzdübel-Sorte schmeckt am intensivsten?

Das hängt stark vom persönlichen Geschmack ab. Shiitake hat meist ein besonders würziges, markantes Aroma, während Austernseitlinge oft milder und vielseitig einsetzbar sind. Igelstachelbart wird dagegen häufig für seine feine, besondere Textur und seinen eher edlen Geschmack geschätzt.

Kann ich jede Pilzdübel-Sorte auf denselben Baumstamm setzen?

Technisch ist das möglich, aber meist nicht sinnvoll. Unterschiedliche Pilzarten konkurrieren miteinander, sodass sich oft nur eine Sorte wirklich durchsetzt. Besser ist es, pro Stamm oder Astabschnitt nur eine Sorte zu verwenden.

Welche Sorte ist für schattige Gärten geeignet?

Viele holzbewohnende Speisepilze mögen halbschattige bis schattige Standorte, weil das Holz dort langsamer austrocknet. Austernseitlinge, Shiitake und Igelstachelbart können an solchen Plätzen gut funktionieren. Direkte, starke Sonne ist meist ungünstig, weil sie das Holz zu schnell austrocknen lässt.

Wann sollte ich welche Pilzdübel-Sorte einsetzen?

Pilzdübel werden meist in frisches, geeignetes Holz eingebracht, idealerweise in der kühleren oder feuchteren Jahreszeit. Frühling und Herbst sind oft besonders günstig, weil die Bedingungen ausgeglichener sind. Entscheidend ist weniger die Sorte allein als ein gutes Zusammenspiel aus Holzfrische, Feuchtigkeit und Temperatur.

Wie lange dauert es, bis die erste Ernte kommt?

Je nach Sorte, Holzart und Stammdurchmesser kann die erste Ernte nach einigen Monaten oder auch erst deutlich später erfolgen. Schnellere Arten können früher fruchten, langsamere brauchen mehr Zeit für die vollständige Besiedlung. Pilzzucht mit Dübeln ist eher ein langfristiges Projekt als eine Soforternte.



 
 
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