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Zu welcher Jahreszeit soll ich Stammholz, Strohballen oder Pilzbeet beimpfen?

Aktualisiert: 30. Jan.

Abgesehen von der ganzjährigen Zucht von leckeren Speisepilzen im Haus in Pilzzucht-Beuteln, gibt es ja auch noch die Outdoor-Kultivierung an einem schattigen Plätzchen im Garten, auf der Terrasse oder im Gewächshaus. Wer über ein Solches verfügt, und dazu noch Zugang zu den Materialien hat, darf sich glücklich schätzen, denn er kann noch weitere Pilzzucht-Varianten testen.


Während es bei Indoor-Kulturen einfach ist, die ideale Durchwachs- und Fruchtungstemperatur zu steuern, ist man bei dem Anbau draußen auf die Bedingungen der Jahreszeiten angewiesen, daher ist nicht jede Jahreszeit geeignet. Während man im Haus zum Durchwachsen der Brut oder des Substrates meistens Raumtemperaturen wählt, bei denen sich der Mensch auch wohl fühlt (ca. 22°C bis hin zu 28°C für besonders schnelles Durchwachsen), brauchen die meisten Pilze zum Fruchten etwas niedrigere Temperaturen, da sich zwischen 15°C und 19°C schönere Fruchtkörper bilden. Lediglich Sommersorten, wie der Rosenseitling, der Lungenseitling oder auch der Reishi lieben auch beim Fruchten sommerliche Temperaturen bei hoher Luftfeuchtigkeit. Auch für die Anlage der genannten Gartenkulturen bedarf es schon deutlich frühlingshafte bis schönherbstliche Temperaturen, um dem Myzel überhaupt zu ermöglichen, sauber ins Substrat einzuwachsen, und sich gegen Kontaminationen durchzusetzen. Daher sollte die Beimpfung nur im Frühling, Sommer und Herbst erfolgen. Außerdem macht das Arbeiten draußen dann auch viel mehr Spass.


Holzstämme


Holzstämme gibt es naturgemäß nur während des Frühjahrs, wenn im Winter Holz geschlagen wurde. Da Holz einige Wochen abgelagert sein muss, bevor es beimpft werden darf, bietet sich das Frühjahr besonders gut an. Das Holz sollte spät, aber noch vor dem Austrieb geerntet worden sein, und muss dann 4-6 Wochen ablagern, um die baumeigenen pilzabwehrenden Stoffe abzubauen, die ein erfolgreiches Einwachsen gefährden könnten. Wenn man Anfang April mit dem Beimpfen der Stämme beginnen möchte, sollte das Holz also am Ende des Winters, Ende Febraur bis Anfang März gefällt werden. Sowieso ist die Zucht auf Stämmen eher eine Investition in die Zukunft, da das Holz den ganzen Sommer vor Sonne geschützt gelagert werden muss, bis das Myzel reif genug für die Fruchtung ist. Lediglich bei Austernseitlings-Arten kann mit Glück noch im Herbst des gleichen Jahres eine Ernte erwartet werden, Shiitake hingegen fruchten erst im nächsten Jahr. Daher macht die Anlage der Kultur im Frühjahr am meisten Sinn. Durchgetrocknetes Holz eignet sich sowieso nicht.


Holzstämme können mit Körnerbrut oder mit Impfdübeln versehen werden, im Shop finden Sie die verschiedenen Arten von Brut, die verfügbar oder auf Bestellung hergestellt werden können.


Strohballen und Pilzbeete


Strohballen hingegen gehören eher zu den schnell durchwachsenden Substraten, genau wie Pilzbeete. Geeignete Sorten sind hauptsächlich die Austernseitlings-Arten in ihren verschiedenen Farb- und Erscheinungsvarianten. Sie können, außer im Winter, immer angelegt werden, da sie nach wenigen Wochen schon fruchten. Im Gegensatz zum Holzstamm ist es auch egal, wie alt das Stroh ist, es muss weder frisch geerntet, noch lange gelagert worden sein, wichtig ist nur, dass es nicht feucht ist, da sonst ziemlich sicher Schimmel anwesend ist.

Am Besten geeignet sind kleine Ballen, da die großen Quaderballen unhandlich sind und sich im Kern sehr stark erhitzen können. Wenn keine Kleinballen zu bekommen sind, kann man das Langstroh von einem großen Ballen auch in Säcke stopfen und es so vorbereiten. Dass Biostroh natürlich besser geeignet ist, ist selbstredend, da konventionelles Getreide oft mit Pilzmitteln gespritzt wird, es geht aber meist auch ohne Bio. Auch im Pilzbeet gilt: Von Frühjahr bis Herbst kann es angelegt werden. Wege und ungenutzte Flächen können z.B. mit Häckseln von Baum- und Strauchschnitt gemulcht werden, was zugleich Unkraut unterdrückt. Lageweise wird Pilzbrut untergemischt, und schon bald gibt es Pilze auf "Schritt und Tritt"







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