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Produktanleitung: Pilzdübel

Aktualisiert: 28. Mai

Lieber Pilzfreund!


Vielen Dank für Ihren Kauf der Pilzdübel. In dieser ausführlichen Anleitung erklären wir das richtige Vorgehen für eine erfolgreiche Zucht. Schauen Sie auch gern das Youtube-Video an.



Die beste Jahreszeit für das Anlegen von Stammkulturen ist das zeitige Frühjahr. Am Ende des Winters kann man sich z.B. bei lokalen Brennholzhändlern gutes Holz besorgen. Auch Baumstümpfe können beimpft werden.


Holzart: Hartholz wie Buche, Rotbuche, Eiche, Linde, Esche, Ahorn usw. ergibt gutes Pilzholz. Weichhölzer wie Pappel gehen auch, bringen aber nicht so lange Ertrag, da sie früher ausgezehrt sind.Nadelhölzer funktionieren nicht, das Harz wirkt fungizid, tötet Pilze also ab. Mit Ausnahme der Krause Glucke, die Kiefern und Koniferen besiedelt, ist Nadelholz ein Fall für den Kamin. Kastanie enthält zuviel Gerbsäure.


Größe: Shiitake mögen dünnere Äste oder Stämme, so unterarm- bis oberarmdick sollte das Holz sein. Für alle anderen Sorten sollten die Stämme einen Durchmesser von ca. 20cm nicht weit überschreiten. Länge etwa 1 Meter für Shiitake, andere auch auf 30cm-100cm Stücken.


Alter: Frisch geschlagen, dann 4-6 Wochen abgelagert. Pilzhemmende Stoffe werden so abgebaut. Holz, das bereits durchgetrocknet ist, sollte nicht benutzt werden, es ist oft schon mit Fremdpilzen befallen, die eine Konkurrenz für unsere Speisepilze darstellen.


Gesundheit: Gesundes Holz, Rinde möglichst intakt, kleine Schnittstellen später mit Wachs verschließen. Standort: Schattig, feucht, gut durchlüftet, unter Büschen und Bäumen oder im Schatten von Gebäuden.


Benötigtes Werkzeug:

- Ein Akkuschrauber oder eine Bohrmaschine, Bohrer in der passenden Größe der Dübel

- Hammer, Wachs zum Verschließen der Bohrlöcher (Bienenwachs oder Kerzenwachs)

- Blechbüchse oder alten kleinen Topf zum Schmelzen des Wachses

- Pinsel zum Auftragen, stabile Unterlage zum Auflegen, wie Böcke bietet sich an.


Beimpfen: Stämme auf stabile Unterlage legen, vor Wegrollen sichern. Pro Laufmeter ca. 25 Dübel einbringen. Dübel gleichmäßig über den Stamm verteilen. Bohrlöcher setzen, Dübel ins Loch drücken und ggf. mit dem Hammer sanft ins Holz treiben. Beim Einschlagen nicht die Rinde verletzen. Wachs schmelzen und auf die Bohrlöcher tupfen.


Einwachszeit: Zum Einwachsen die Hölzer im Garten locker stapeln, locker mit Plane abdecken, damit Luft zirkulieren kann. Vor Wind und Regen schützen. Während der warmen Jahreszeit gelegentlich aufdecken, befeuchten und wieder abdecken. Halten Sie Unkraut fern. Regelmäßig kontrollieren. Ein gutes Wachstum ist nach einigen Wochen daran erkennbar, dass sich weißes Pilzgeflecht um die Stämme spinnt oder die Anschnitte und Bohrlöcher Myzelwachstum aufweisen.


Ernte einleiten: Nach ca. einem Jahr Stämme in Wasser tauchen. Regentonne, Wanne oder anderes geeignetes Gefäß verwenden. 24 Stunden in sauberes, kaltes Wasser untertauchen, wenn nötig Stämme beschweren. Nach 24 Stunden die Stämme herausnehmen. Shiitake ein paar mal sanft aber bestimmt auf den Boden aufstoßen, die Erschütterung regt auch die Fruchtkörperbildung an. Stämme können jetzt aufgestellt werden. Man kann sie auch ein Stück weit eingraben, so steht die Erdfeuchte dem Stamm zur Verfügung (außer bei Shiitake, diesen nicht eingraben). Pilzkulturen nicht austrocknen lassen, regelmäßig befeuchten. Bei passender Witterung treiben Pilze aus den Stämmen.





Sorten- Überblick:


- Austernpilze (Austernseitling, Zitronenseitling, Rosenseitling,Lungenseitling (Sommerausternseitling), blauer Austernseitling „Blue Oyster“. Auf fast auf jedem Laubholz außer Eiche und Walnuss (Gerbsäure), Wuchs büschelig, flache Fruchtkörper, sehr guter Geschmack, zum Braten, wie Fleisch, perfekt für Anfänger

- Shiitake, beliebter in asiatischen Gerichten, gute Inhaltstoffe, in chin. Medizin geschätzt. Kräftiger Geschmack, hoher Würzwert, kann gut getrocknet werden. Bevorzugt Eiche und Hainbuche, auch Buche möglich, Stämme nicht zu dick, 10-12 cm Durchmesser ideal, nicht eingraben, zum Fruchten nach dem Tauchen aufstoßen

- Kräuterseitling und Black Pearl King Oyster, auf Stammholz leider nicht anbaubar, nur Kulturblöcke aus Sägemehl oder Stroh sind geeignet.

- Igelstachelbart, virtuos aussehend, neben gutem Geschmack auch positive Gesundheitseigenschaften für Gehirn und Nerven, wächst auf den meisten Laubhölzern

- Reishi, reiner Vitalpilz, nicht zum Genuss im Pilzgericht, aber für Tee und Tinkturen, besonders für ein gutes Immunsystem geschätzt, langsam wachsend, toller Farbverlauf. Eiche, Erle, Buche, Birke, aber auch andere Laubhölzer.

-Schwefelporling, wird auch Hähnchenpilz genannt, hoch geschätzt, selten zu finden. Unter Gourmets besonders gepriesen, Bevorzugt Hölzer mit dunklem Kern wie Kirsche, Eiche, Pflaumen- oder Walnussbäumen und andere. Kann auch am lebenden Baum kultiviert werden, parasitär wachsend, d.h. der Baum wird geschwächt, also nur an alten absterbenden Bäumen mit Erlaubnis einbringen.

- Maitake, würziger, hoch geschätzter Gourmetpilz, ähnlich wie Austernpilze wachsend, ebenfalls hoher Gesundheitsnutzen. Auch an alten Baumstümpfen oder parasitär im Wurzelbereich alter Eichen, Kastanien, Buchen, Linden

- Shimeji und Enoki, asiatische Pilze, kleine Köpfchen, büschelig am Stamm wachsend, knackige Konsistenz, gut im Asiagemüse und in Asiasuppen. Enoki: Weide, Pappel, Esche, Ulme, Linde. Shimeji: Buche Esche, Ahorn, Obsthölzer.

-Eichhase, starke Ähnlichkeit mit Maitake, ebenfalls interessant als Vitalpilz, kann aber auch gebraten werden, nussiger Geschmack. Birke, Ahorn, Weide, Fichte, Buche, oft im Wurzelbereich am Stamm, auch an lebenden Bäumen oder abgesägten Baumstümpfen

- Krause Glucke ist unter Pilzsammlern bekannt als besonders guter Speisepilz. Fruchtet am Stammgrund oder an Stümpfen von Nadelbäumen, wie Kiefer, vereinzelt auch Fichte, Lärche, Douglasie oder Thuja. Ist eher schwer anzubauen, aber lohnenswert, um bei Fällungen den Stumpf gut zu nutzen, ansonsten am lebenden Baum.

-Chestnut, auch Buchenschüppling. Büschelig wachsend, mild und leicht bitter, hauptsächlich in Amerika als Speisepilz geführt

-Judasohr, gelatinöse Konsistenz, in Asiagerichten geschätzt, wenig Eigengeschmack. Ohrförmig, ganzjährig an Buche, Ahorn und bevorzugt Holunder. An geschwächten alten Bäumen, aber auch auf Substrat züchtbar, gut zu trocknen, auch als Mu-Err bekannt

-Chaga, auf lebenden Birken, die er zerstört. Jedoch sehr wertvoller Heilpilz, korkartig hart, als Tee wohlschmeckend, wird angewandt für Herz, Magen, Darm, Leber, Haut sowie gegen Tumore

-Schmetterlingstramete, üppig wachsend auf Rotbuche, Eiche, Weide und vielen anderen Laubhölzern, einer der wichtigsten Vitalpilze in Asien, dort gegen Krebs, Viren, Bakterien, Lungenentzündungen, Herpes und viele weitere Leiden eingesetzt, guter Geschmack


Viel Freude und guten Erfolg! Ihr Team von www.edelpilze.shop


P.S. Wir haben auch einen Youtube-Kanal mit vielen interessanten Themen rund um die Pilzzucht. Schauen Sie doch mal rein und abonnieren Sie unseren Kanal @edelpilze.




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